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High-Tech geht, Rekorde bleiben

Die Schwimm-Weltrekorde mit High-Tech-Anzügen bleiben bestehen. Der Vorstand des Weltverbands FINA traf nach Angaben des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) vom Montag eine entsprechende Entscheidung bei seiner Sitzung in Bangkok.

"Ich finde es generell richtig, die Rekorde stehen zu lassen, sie wurden unter einheitlichen Kriterien aufgestellt, es sind keine Rekorde zweiter Klasse", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Seit dem 1. Januar sind die Anzüge, mit denen die Schwimmwelt eine wahre Rekordflut erlebt hatte, verboten. Erlaubt sind nur noch kurze Hosen bis zum Knie bei den Männern, die Frauen dürfen schulter- und nackenfreie Badeanzüge bis zum Knie tragen.

Mit den neuen Anzugregelungen werde es schwierig, die in den High- Tech-Anzügen aufgestellten Rekorde zu brechen, befand der vierfache Weltrekordhalter Paul Biedermann aus Halle/Saale in der Presseerklärung des DSV. "Wir werden sehen, wie weit wir wirklich weg sind von den Rekorden. Erst jetzt bekommt man einen Blick dafür, was die Anzüge wirklich gebracht haben."

Zwei Weltrekorde für Hardy

Die amerikanische Schwimmerin Jessica Hardy befindet sich eine Woche nach Ablauf ihrer einjährigen Doping-Sperre in Top-Form. Bei den offenen US-Meisterschaften in Federal Way stellte die 22-Jährige bereits den zweiten Weltrekord binnen 24 Stunden auf.

Nachdem sie die Bestmarke der Russin Julija Efimowa über 50 Meter Brust um 14/100 auf 29,95 Sekunden gesteigert hatte, verbesserte sie auch den Weltrekord über 100 Meter Brust. In 1:04,45 Minuten war Jessica Hardy um 40/100 Sekunden schneller als Rebecca Soni (USA) vor gut einer Woche bei den Weltmeisterschaften. Hardy hatte wegen einer bis zum 31. Juli laufenden Doping-Sperre auf die Titelkämpfe in Rom verzichten müssen.

Sie war bei den US-Ausscheidungen für die Olympischen Spiele 2008 in Peking beim Missbrauch von Clenbuterol erwischt worden. Dieses Asthmamittel ist für seine anabole Wirkung bekannt. Vor einem amerikanischen Gericht konnte sie die zunächst für zwei Jahre ausgesprochene Sperre um die Hälfte reduzieren. Allerdings droht ihr weiteres Ungemach: Weder der Welt-Schwimmverband FINA noch die Welt- Anti-Doping-Agentur WADA wollen sich mit der Einjahressperre abfinden und ziehen vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

Ziel ist die nachträgliche Verlängerung von Hardys Sperre bis Juli 2010 und ihr vorzeitiger Ausschluss von den Olympischen Spielen 2012 in London. Eine CAS-Entscheidung wird Ende dieses Jahres erwartet.

Ihren eigenen Kurzbahn-Weltrekord über 200 Meter Brust verbesserte unterdessen Annamay Pierse. Die Kanadierin benötigte beim Grand-Prix- Meeting in Leeds/England am Freitagabend 2:16,83 Minuten. Ihre alte Bestmarke hatte bei 2:17,50 Minuten gelegen.

Schwimm-Star in Disko verprügelt?

Die Schwimm-WM in Rom ist mit einem regelrechten Pauken-"Schlag" beendet worden. Markus Rogan soll in einer Disko niedergeschlagen worden sein. Der Österreicher wurde angeblich in einem Lokal von vier Türstehern verprügelt und musste ins Krankenhaus. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Nach Angaben der Disko-Betreiber soll Rogan (27) im "Shilling" volltrunken mit einer zerbrochenen Flasche in der Hand getanzt haben, schreibt die österreichische Tageszeitung "Der Standard" unter Berufung auf "Il Messaggero".

Aus Sicherheitsgründen wurde der Schwimm-Star dann vor die Tür gesetzt, was diesem überhaupt nicht passte. Rogan verlangte wieder nach Eintritt. Kurz darauf soll es zu einer wilden Prügelei gekommen sein.

Der Österreicher wurde angeblich grün und blau geschlagen und musste sogar kurzzeitig in einen Rollstuhl, weil er auf Grund einer Fußverletzung nicht mehr laufen konnte.

Rogan musste in der römischen Privatklinik "Villa Stuart" medizinisch behandelt werden, wo er sich einer Computertomografie unterzog und auch die Nacht zu Dienstag verbrachte.

Der 27-jährige Schwimmer bestreitet die Vorwürfe der Disko-Betreiber und erklärte, dass Türsteher ihn "in einen Raum gezerrt und ganz brutal verprügelt" hätten. Rogans Anwalt hatte daraufhin Anzeige wegen Körperverletzung erstattet, will sich allerdings "mit den Verantwortlichen des Clubs zur Abklärung der Schadensgutmachung und der Möglichkeit einer außergerichtlichen Lösung in Verbindung setzen", zitiert in die österreichische Gratis-Zeitung "Heute".

Unterdessen existiert nach Aussage des Disko-Managers Fabio Palini ein Überwachungsvideo, das für Aufklärung sorgen und beweisen soll, dass Rogan betrunken gestürzt sei und von Sicherheitskräften hinausgeleitet wurde, berichtet "Heute". Die Bänder liegen der italienischen Polizei vor, die mittlerweile im Fall ermittelt.

Rogan will sich auf Anraten seines Anwalts nun erst einmal nicht mehr zum Fall äußern.

Für eine vollständige Gesundung des Spitzensportlers müsse man mit zwei bis vier Wochen rechnen, sagte Rogans Rechtsanwalt laut APA. Der 27-jährige habe die römische Privatklinik, in der er behandelt wurde, inzwischen verlassen. Medizinische Gutachter hätten bestätigt, dass die Verletzungen "nur durch Fremdverschulden verursacht" worden sein könnten. Rogans athletische Verfassung habe ihn vor Schlimmerem als den "massiven Prellungen, Schwellungen sowie Gesichtsverletzungen" bewahrt.