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WM in Rom - Steffen-Gold und Staffel-Silber

WM in Rom - Steffen-Gold und Staffel-Silber

Britta Steffen hat sich in den Geschichtsbüchern verewigt. Nach ihrem dritten Weltrekord von Rom in 23,73 Sekunden über 50 Meter Freistil schüttelte die Berlinerin fassungslos den Kopf. Die deutsche Lagen-Staffel ist über 4 x 100-Meter in 3:28,58 Minuten Zweiter geworden hinter den USA (3:27,28 ).

"Ich bin selber so überrascht von dieser Leistung", sagte Steffen nach ihrem Erfolg, "ich habe gedacht, oh Mann, wieder so ein blöder Start." Sportdirektor Lutz Buschkow kündigte spontan eine Fete an: "Super, jetzt werden wir feiern."

"Glücksspiel" und Staffelrekorde

"Fünfzig Meter ist so ein Glücksspiel", sagte Steffen weiter, "ich war wirklich überrascht, dass es noch mit Gold geklappt hat. Mein Wunschziel war eine 23,8. Das Schöne ist, dass eine Bahn nicht weh tut, das macht dann Riesenspaß. Ich habe einfach nur Glück gehabt." Therese Alshammar aus Schweden (23,88) blieb Silber, die entthronte Weltrekordlerin Marleen Veldhuis (Niederlande) musste sich in 23,99 Sekunden mit der Australierin Cate Campbell Bronze teilen.

Über die 4x100 Meter Lagen der Männer schlugen Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr, Benjamin Starke und Doppel-Weltmeister Paul Biedermann, 6/100 Sekunden vor Australien (3:28,64) an. "Diese Medaille ist mir sehr wichtig, weil wir als Team sehr stark geschwommen sind", sagte Biedermann. Als Schlussschwimmer gab der 22-Jährige aus Halle/Saale noch einmal richtig Gas, nachdem er auf Platz drei übernommen hatte: "Ich wollte unbedingt Zweiter werden." Überlegener Weltmeister wurden die USA, deren Lagen-Schwimmer Michael Phelps sein fünftes WM-Gold holte.

Ungarn und USA holen Lagen-Titel

verbesserte sie den bisherigen Europarekord der Britin Hannah Miley um 1,02 Sekunden. Rang zwei ging an Kirsty Coventry aus Simbabwe vor Olympiasiegerin Stephanie Rice (Australien). Annika Mehlhorn aus Baunatal war im Vorlauf am Morgen klar gescheitert.

Bei den Männer ist der Amerikaner Ryan Lochte seinem Landsmann Michael Phelps als Weltmeister über 400 Meter Lagen gefolgt und hat bei den Weltmeisterschaften seinen vierten Titel gewonnen. Lochte schlug nach 4:07,01 Minuten an. 3/10 Sekunden zurück schwamm Landsmann Tyler Scott Clary auf Platz zwei vor dem Ungar Laszlo Cseh. Der Darmstädter Yannick Lebherz war im Vorlauf am Morgen ausgeschieden.

Meeuw verpasst weitere Medaille

Helge Meeuw hat eine Medaille über 50 Meter Rücken verpasst. Der Frankfurter schlug nach 24,63 Sekunden an, 29/100 fehlten zu Platz drei. Meeuw hatte über die doppelte Rücken-Distanz WM-Silber gewonnen. Weltmeister über die 50 Meter wurde der Brite Liam Tancock. Er verbesserte in 24,04 Sekunden seinen im Halbfinale aufgestellten Weltrekord um 4/100 Sekunden. Rang zwei ging an den Japaner Junya Koga vor Titelverteidiger Gerhard Sandberg (Südafrika).

Julia Efimowa aus Russland hat mit Weltrekord den Titel über 50 Meter Brust gewonnen. Sie verbesserte in 30,09 Sekunden die bisherige Bestmarke der Kanadierin Amanda Reason um 14/100 Sekunden. Auch die Amerikanerin Rebecca Soni blieb mit 30,11 unter der alten Weltbestmarke. Rang drei ging an Sarah Katsoulis (Australien). Kerstin Vogel aus Köln war im Halbfinale gescheitert.

Nach zwei Silbermedaillen über 400 und 800 Meter Freistil hat Oussama Mellouli aus Tunesien den Titel über 1500 Meter gewonnen. Der Olympiasieger schlug nach 14:37,28 Minuten an. Rang zwei ging an den Kanadier Ryan Cochrane, der sich in 14:41,28 Minuten um 15 Sekunden steigerte. Dritter wurde Sun Yang aus China. Deutsche Teilnehmer waren über diese Strecke nicht am Start.

Deutsche Damen holen Bronze

Die deutsche 4 x 100 Meter-Lagenstaffel der Frauen hat die Bronzemedaille bei der Schwimm-WM in Rom gewonnen. Daniela Samulski, Sarah Poewe, Annika Mehlhorn und Freistil-Weltmeisterin Britta Steffen schlugen nach 3:55,79 Minuten an.

Das Quartett verbesserte den Europarekord Großbritanniens um 1,71 Sekunden. Es war die siebte Medaille der Beckenschwimmer in Rom. Weltmeister wurde China, das in 3:52,19 Minuten den Weltrekord Australiens vom 17. August 2008 um 5/10 Sekunden verbesserte. Australien (3:52,58) wurde Zweiter.

Britta Steffen zog überdies einen Tag nach Weltrekord und Titel über 100 Meter Freistil auch souverän in das Finale über die halbe Distanz ein. "Ein klein wenig ist noch drin, es wäre toll, wenn ich eine Medaille hole", sagte Steffen. Die Lagen-Staffel mit Daniela Samulski, Sarah Poewe, Annika Mehlhorn und Steffen musste sich nur den Weltrekord schwimmenden Chinesinnen und Australien geschlagen geben.

39 Weltrekorde sind auch ein Rekord

Super-Star Michael Phelps feierte mit Weltrekord in 49,82 Sekunden den umjubelten Titel über 100 Meter Schmetterling. Vor dem Schlusstag erreichte die Rekord-Inflation mit 39 Weltbestmarken eine neue Dimension. Deutschlands Wasserballer beendeten die WM nach einer 6:9- Niederlage gegen Olympiasieger Ungarn auf Platz sechs.

"Heute Morgen war ich ganz schön müde", sagte Britta Steffen nach Platz fünf im Vorlauf, "hätte ich keinen Kaffee bekommen, wäre ich noch schlechter aus dem Knick gekommen." Im Halbfinale war die Doppel-Olympiasiegerin hellwach. 24,20 Sekunden und Platz drei reichten locker für den Final-Einzug. Halbfinal-Schnellste war in 24,08 Sekunden die 17 Jahre alte Australierin Cate Campbell.

"Wir haben es alle zusammen durchgeknallt"

Über 4 x 100 Meter Lagen hatte das DSV-Quartett schon im Vorlauf mit Daniela Schreiber für Steffen in deutscher Rekordzeit überzeugt. Am Ende standen in 3:55,79 Minuten Europarekord und Bronze. "Wir haben es alle zusammen durchgeknallt", sagte Poewe. Steffen: "Ich dachte, ich bin zu früh gesprungen. Doch als das Ergebnis kam, war ich erleichtert. Sonst wäre ich ganz schön böse gewesen." China siegte in 3:52,19 Minuten. Das US-Quartett pokerte zu hoch und schwamm in Zweit-Besetzung im Vorlauf auf Platz zehn überraschend am Finale vorbei.

Helge Meeuw (Frankfurt) zog beim Weltrekord des Briten Liam Tancock (24,08) mit deutscher Bestzeit (24,59) als Halbfinal-Fünfter in den Endlauf über 50 Meter Rücken ein. Thomas Rupprath (Rostock) schied als 13. aus. Die Kölnerin Kerstin Vogel schied über 50 Meter Brust nach deutscher Bestzeit (30,77) im Vorlauf im Halbfinale nach einem verpatzten Anschlag in 31,04 Sekunden als Elfte aus. Caroline Ruhnau (Essen) verabschiedete sich als 21. schon im Vorlauf.

Phelps gewinnt noch auf den letzten Metern

Milorad Cavic (Serbien) missriet die angekündigte Revanche für seine bittere Olympia-Niederlage über 100 Meter Schmetterling gegen Phelps. Der 14-fache Olympiasieger zog auf den letzten Metern vorbei und entriss Cavic auch noch die Weltbestmarke. "Es war schwierig, den Kopf frei zu bekommen", sagte Phelps, "aber ich war für dieses Rennen richtig aufgepusht." Cavic: "Er ist einfach der Größte."

Kirsty Coventry aus Simbabwe siegte über 200 Meter Brust mit Weltrekord in 2:04,81 Minuten. Die 50 Meter Schmetterling der Frauen gewann in 25,48 Sekunden überraschend die Australierin Marieke Guehrer. Die Schwedin Therese Alshammar und Marleen Veldhuis aus den Niederlanden, die sich im Halbfinale gegenseitig den Weltrekord abgejagt hatten, gingen leer aus. Die Dänin Lotte Friis gewann die 800 Meter Freistil. Titel Nummer zwei zog der Brasilianer Cesar Cielo Filho über 50 Meter Freistil an Land.