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Härle holt sich Titel über 800 Meter Freistil

Berlin (dpa) - Isabelle Härle aus Heidelberg hat bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin ihren zweiten Titel geholt.

Die 22- Jährige siegte über 800 m Freistil mit 8:38,02 Minuten und ließ der Titelverteidigerin Jaana Ehmcke (Potsdam) mit 8:42,88 Minuten keine Chance. Dritte wurde Nadja Müller aus Erlangen (8:45,93). Härle hatte bereits am Mittwoch über 1500 m Freistil gewonnen.

Über 800 Meter verpassten allerdings die beiden Erstplatzierten die vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) für die Europameisterschaften in Budapest (4. bis 15. August) geforderte Norm (8:35,32). Auf der fast doppelt so langen Distanz hatten Härle und Ehmcke aber bereits das Ticket für die Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt gelöst.

Schwimm-DM: Härle holt Titel und EM-Ticket

Berlin (dpa) - Zum Auftakt der Deutschen Meisterschaften in Berlin hat Isabelle Härle (Heidelberg) die 1500 Meter Freistil für sich entschieden. Die 22 Jahre alte Sportstudentin schlug nach guten 16:22,05 Minuten als Erste an und konnte damit ihren Vorjahrestitel erfolgreich verteidigen.

Auf Rang zwei landete mit 16:29,21 Minuten 800-Meter-Freistil-Meisterin Jaana Ehmcke (Potsdam). Das Duo konnte sich zudem für die Europameisterschaften im Sommer in Budapest (4. bis 15. August) qualifizieren.

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«Das war mein vorrangiges Ziel», meinte die Siegerin, die im Vorjahr bei der WM in Rom Rang 18 über diese Strecke belegt hatte. Nach einem Drittel der Strecke übernahm sie das Kommando und schwamm einem ungefährdeten Erfolg entgegen. Mit ihrer Zeit setzte sie sich die Spitze der europäischen Jahresbestenliste.

Dritte wurde die erste 16 Jahre alte Wuppertalerin Elisa Thimm (16:39,72), die bereits im Winter bei den Kurzbahn-Meisterschaften über diese Strecke den Titel gewonnen hatte. Die Entscheidungen über 800 Meter und 1500 Meter Freistil sind in die Deutsche Jahrgangsmeisterschaften integriert. Damit soll im Hinblick auf die EM in der ungarischen Hauptstadt ein längerer Trainingsaufbau für die Marathonis unter den Beckenschwimmern ermöglicht werden. Die Titel über die kurzen und mittleren Strecken werden vom 30. Juni bis 4. Juli ebenfalls in Berlin samt EM-Tickets vergeben.

Rückschlag für kranke Steffen

Das Schwimm-Jahr 2010 steht für Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen weiter unter keinem guten Stern. Die 26-jährige Berlinerin wird wegen Krankheit und Trainingsrückstands beim internationalen Meeting in Monte Carlo fehlen. "Sie ist gesundheitlich angeschlagen", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Seit Monaten konnte die Doppel-Weltmeisterin unter anderem wegen Nasennebenhöhlen- und Schulterproblemen nicht optimal trainieren. In einem Gespräch mit Ärzten und Trainern an diesem Mittwoch in Potsdam soll Steffens weitere Saisonplanung thematisiert werden. Seit der WM im Juli 2009 hat die Doppel-Weltmeisterin keinen wichtigen Wettkampf mehr bestritten.

Bis zur deutschen Meisterschaft vom 29. Juni bis 4. Juli in Berlin, der Qualifikation für die Europameisterschaft (4. bis 15. August) in Budapest, läuft Steffen nun die Zeit davon. Allerdings dürfte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) seine beste Athletin auch ohne Normzeit nach Ungarn mitnehmen, wo 2006 mit vier EM-Titeln ihr Stern aufging - wenn Steffen denn rechtzeitig fit wird. Wegen Trainingsrückstands hatte sie bereits die Kurzbahn-EM vergangenen Dezember abgesagt.

Biedermann reißt zu Steffen nach Teneriffa

Unterstützung erhielt Britta Steffen im Trainingslager auf Teneriffa von ihrem Freund Paul Biedermann. Der Doppel-Weltmeister verkürzte sein Höhen-Trainingscamp in der spanischen Sierra Nevada um fünf Tage und absolvierte seine Einheiten, darunter auch die Intensitätstests, anderthalb Wochen auf der Kanaren-Insel. "Wenn man das Wetter in Deutschland so sieht, hat er alles richtig gemacht", meinte sein Trainer Frank Embacher. Zuvor hatte die "Bild" über Biedermanns verkürztes Trainingslager und seine Reise zu Steffen berichtet.

Der Doppel-Weltmeister wollte sich dazu nicht äußern. "Ich bitte da um Verständnis. Schwerpunkt liegt in dieser Woche auf dem Wettkampf in Monte Carlo", sagte er. Embacher, der mit seinem Schützling einen vertrauensvollen, aber manchmal auch kontroversen Umgang pflegt, nahm Biedermanns Entscheidung mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis.

"Ich bin immer beruhigter, wenn ich meine Sportler bei den Tests sehe, da ich dann besser reagieren und agieren kann. Nackte Zahlen und Werte bergen zu viele Gefahr, dass sich Fehler einschleichen", sagte der Trainer aus Halle/Saale, und fügte hinzu: "Aber er ist alt genug, um sich diese Tage selber zu quälen."

Gelegenheit dazu hat Biedermann in dieser Woche in Potsdam, wo viele deutsche Spitzenschwimmer zusammen trainieren. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dem sich Biedermann in der Sierra Nevada eine Oberschenkelverletzung zuzog, ist der "Sportler des Jahres" diesmal fit vor seinem Härtetest in Monte Carlo.